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Frust, Enttäuschung, Angst – aber auch Liebe und Glück

Portrait der Frankfurter Binats-Gruppe

von Dr. Erich Rossel

Die Binats-Gruppe Frankfurt im LSVD hat sich im Oktober 1998 gegründet und versteht sich als eine Interessen- und Selbsthilfegruppe für binationale gleichgeschlechtliche Paare. Bisher haben sich unserer Gruppe über 60 binationale Paare angeschlossen. In unseren monatlichen Treffen besprechen wir aktuelle politische Entwicklungen, tauschen uns über den Fortgang der Anträge der einzelnen Mitglieder aus, laden Sachverständige und Politiker ein und planen Aktionen. So haben wir eine Demonstration am Dom in Frankfurt gegen die kirchliche Einstellung zur Eingetragenen Partnerschaft organisiert, Infostände und Befragungen zur Einstellung zur "Homoehe" durchgeführt, mit einem Stand an den CSDs 1999 in Wiesbaden und Frankfurt teilgenommen und Kontakte zu Politikern hergestellt. Die sozialen Kontakte kommen natürlich auch nicht zu kurz – wir haben vor Weihnachten und im Sommer je eine multikulturelle Party veranstaltet.

Ein wichtiges Projekt war die Studie zur Lage der binationalen Paare in Deutschland, die wir in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Frink und Hofmann im Sommer 1999 bundesweit durchgeführt haben. In einer Vorbereitungsgruppe wurden die relevanten Themen erarbeitet, was zur Erstellung eines Fragebogens führte, der an etwa 300 binationale Paare verschickt wurde. Die Ergebnisse machen die Benachteiligung unserer Gruppe durch das Ausländerrecht und das Arbeitsrecht deutlich.

In unserer direkten Beratungsarbeit mit binationalen schwulen und lesbischen Paaren erleben wir die Nöte und Probleme dieser Gruppe hautnah. Paare wenden sich an die Binats-Gruppen, weil sie verzweifelt sind und ihre Beziehung, die seit Jahren besteht, bedroht sehen aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen, an die sie beim Kennenlernen noch nicht einmal im Traum gedacht hätten. Die Problematiken sind individuell und vielfältig. Wir haben festgestellt, daß die Situation und das Verhalten vieler binationaler homosexueller Paare daher oft mit schwulen Paaren in den 50er Jahren verglichen werden können. Sie fühlen sich ständig verfolgt und beobachtet, tauchen in die Anonymität ab, versuchen teilweise ihre Beziehung durch Eheschließung zu vertuschen und leben dadurch in ständiger Angst vor Entdeckung.

Noch eindrücklicher kann die Darstellung von konkreten Fallbeispielen die Problematik verdeutlichen. Daher haben wir uns entschlossen, einen mehr oder weniger typischen Fall in anonymisierter Form hier darzustellen und danken dem betroffenen Paar für seine Bereitschaft, ihre Geschichte öffentlich zu machen .

TIP:

Telefonische Beratung bieten die Frankfurter Binats jeweils Dinestag und Donnerstag zwischen 20 und 21 Uhr an.
Telefon (0 69) 38 18 99. Die Treffen der Frankfurter Binats-Gruppe finden an jedem 3. Samstag im Monat um 19 Uhr statt. Ort bitte telefonisch erfragen.

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